Ein (Augen-)Schmaus für Mensch und Tier

Titel
Ein Blütenmeer im Frühling

Die sonnigen Hänge des Seebachtals sind ideale Standorte für Trockenwiesen. Auf dem durchlässigen Material der Seitenmoränen entstanden durch die Rodung trockenwarmer Waldstandorte wenig ertragreiche Wiesen, welche jahrhundertelang ohne Düngung genutzt wurden. Dadurch entwickelte sich eine sehr artenreiche Vegetation – für viele Heuschrecken, Wildbienen und Schmetterlinge der ideale Lebensraum.

Mehr Ertrag, weniger Arten

Die meisten dieser Standorte sind jedoch verschwunden. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit hohen Tierbeständen und tiefen Preisen für Kunstdünger haben dazu geführt, dass auch diese Wiesen vermehrt gedüngt werden. Dadurch steigt zwar der Ertrag bei der Heuernte, aber viele Pflanzenarten werden durch konkurrenzstärkere, schnell wachsende Gräser und Kräuter verdrängt. Dadurch verschwinden die meisten der vielgestaltigen Blütenpflanzen, welche charakteristisch für Trockenwiesen sind.

Renaturierung

Auch die typischen Trockenstandorte nördlich des Hüttwilersees wurden Opfer dieser Entwicklung. Um sie zu renaturieren, kamen zwei verschiedene Methoden zur Anwendung.

In einem Bereich wurde der Oberboden abgetragen und damit ein Grossteil der Nährstoffe entfernt. Diese Erde wurde in einem benachbarten Bereich aufgetragen. In einem dritten Bereich wurde nur ein Saatbeet vorbereitet. Nach der Ansaat einer artenreichen Blumenmischung, entwickelten sich so drei ganz unterschiedliche Wiesen. Im abgeschürften Teil dominieren ausgesprochen genügsame Arten wie der Feldthymian oder die Kartäusernelke. In den übrigen Bereichen wachsen auch fast 20 Jahre nach der Aufwertung noch zahlreiche verschiedene Stauden wie Tauben-Skabiose, Flockenblumen und Wiesensalbei.

Besiedlung

Dank der Wiederansiedlung durch Menschenhand, hat eine Vielzahl an Tagfaltern und Heuschrecken von der Aufwertung profitiert. Sie sind von nah und weiter weg liegenden Standorten eingewandert und bereichern nun das Artenspektrum im Seebachtal. Dazu gehören der Dunkle Dickkopffalter, aber auch der Mauerfuchs (Lasiommata megera) und der Dunkelbraune Bläuling (Aricia agestis).