Die grosse Unordnung

Auf Brachflächen herrscht nicht die sonst weit verbreitete Ordnung des Kulturlandes. Hier wachsen keine geraden Reihen, dafür liegen neben vielen blühenden Stauden die dürren Stängel der vergangenen Jahre kreuz und quer. Die Vegetation ist manchmal meterhoch, manchmal spärlich. Dazwischen findet man dort wo Wildschweine im Winter nach Futter gesucht haben fast nackte Stellen, ab und zu stösst man auf erste verholzte Arten.

Ein Paradies für die Kleinen

In dieser kleinen Wildnis bieten sich unzählige Möglichkeiten für Insekten und andere Kleinlebewesen. Hier finden sie Nahrung, verstecken sich vor Feinden  oder überdauern den Winter. Die blühenden Stauden bieten noch im späten Sommer Nektar, in ihre zum Teil hohlen Stängel verkriechen sich im Herbst Larven, um dort versteckt auf den Frühling zu warten.

Früher notwendig, heute überflüssig

In der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters waren Brachen fester Bestandteil der Fruchtfolge. Im brachliegenden Jahr konnten sich die Felder von den kräftezehrenden Kulturen erholen. Die aufkommenden Kräuter wurden im Herbst oder Frühling untergepflügt und dienten den Bodenlebewesen als wichtige Nahrung. Sie stellten daraus die wichtigen Nährstoffe für die nächste Kultur bereit. Mit dieser Methode konnte gewährleistet werden, dass die Böden auch langfristig fruchtbar blieben und nicht auslaugten. Heute ist dieser Prozess durch das Ausbringen von Düngern überflüssig. Brachen sind daher meist nur noch dank finanzieller Anreize in unserer Landschaft zu finden.