Wieder zum Leben erwecken

Titel
Zur Renaturierung werden oft grosse Maschinen verwendet - hier beim Bodenabtrag für ein zukünftiges Flachmoor

Wieder zum Leben erwecken

Die schwarzen Böden unter der Ackerkrume, die jährlich im Frühling überschwemmten Stellen in den Feldern, alte Flugbilder und Postkarten, sie alle gaben Hinweise darauf, wie es vor der Trockenlegung und der Wasserspiegelabsenkung rund um die Seen ausgesehen hat. Obwohl der Seenspiegel nicht mehr auf sein ursprüngliches Niveau angehoben werden konnte, ist es gelungen, durch zahlreiche verschiedene Revitalisierungsprojekte viele der fast ganz verschwundenen feuchten Lebensräume wieder zu aktivieren. Eine der wichtigsten Massnahmen war dabei das Stillegen der Entwässerungssysteme. Dies zeigt sich am besonders eindrucksvoll im Vierezwanzgerriet nördlich des Seegrabens. Hier hat sich im nassen, südlichen Teil durch eine extensive Bewirtschaftung und das Verstopfen der Drainagen aus einer gewöhnlichen Futter- eine typische Streuewiese entwickelt, in welcher heute auch der seltene Gekniete Fuchsschwanz zu finden ist.

Ein grosses Artenspektrum

Die umfangreichen Revitalisierungsarbeiten wurden mit der Wiederbesiedlung vieler, im Seebachtal über lange Zeit als verschollen geltenden, Tierarten belohnt: der Kammmolch, der Teichmolch und die Kreuzkröte in den Tümpeln, sieben in der Schweiz gefährdete Schrecken in den Streue- und Trockenwiesen oder vier Libellenarten entlang der Gewässer haben sich wieder angesiedelt. Die Liste ist lang und wird stetig länger. Die Bemühungen wurden 2012 mit dem ersten Fund eines Hellen Wiesenknopf-Moorbläulings gekrönt – ein Zeichen dafür, dass das komplexe Zusammenspiel, welches einen Lebensraum ausmacht, auch im Kleinen wieder funktioniert.

 

Das neuste Projekt – das Grundriet

Die drei Parzellen südlich des Seegrabens konnten 2020 als letztes Projekt revitalisiert werden. Kernstück der Massnahmen war dabei die Reaktivierung eines Flachmoores, ähnlich derjenigen, welche 16 Jahre zuvor In Langen Teilen durchgeführt wurde. Begleitend wurden vier neue Amphibientümpel erstellt und über 400 m Hecken neu gepflanzt.

Um die Wiederansiedlung einer Flachmoorvegetation zu fördern, wurden die obersten 30 cm des Bodens abgeschürft. Dies hatte die durchaus erwünschte Nebenwirkung, dass die Fläche nun schneller vernässt, wodurch typische Flachmoorarten gefördert werden. Diese wurden zum Teil angesät, zum Teil durch eine Schnittgutübertragung aus einer benachbarten Streuefläche eingebracht.