Neophyten

Titel
Die Amerkianische Goldrute leuchtet im Spätsommer in Schilfgürteln und Hochstaudenfluren

Seit einigen Jahrzehnten breiten sich in der Schweiz, wie überall in Europa, Arten aus, die ursprünglich aus anderen Kontinenten stammen. Viele wurden, und werden zum Teil noch immer, als Gartenpflanzen eingeführt, andere gelangten über Saatgut oder über andere Transportwege versehentlich in unsere Breitengrade. Einige dieser Arten konnten sich hier so stark verbreiten, dass sie zu einer Plage geworden. Sie verdrängen andere, einheimische, Arten, können wie der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) mit ihren Wurzeln ganze Bauwerke destabilisieren, oder gefährden, wie die Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), durch ihre hoch allergenen Pollen unsere Gesundheit.

Auch im Seebachtal sind diese invasiven Neophyten ein Dauerthema: Rund um die Seen sind es vor allem die Goldruten (Solidago gigantea bzw. canadensis und Solidago graminifolia), das Japanische Drüsen-springkraut (Impatiens glandulifera), der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica), sowie, immer öfter, das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus), welche regelmässig auftreten. Sie stellen die Naturschützer vor schwierige Fragen:

  • Was ist die beste Methode, um Neophyten zu bekämpfen, ohne dadurch den angestrebten Lebensraum zu sehr zu beeinträchtigen?
  • Wie viele Ressourcen (Geld, Zeit) sollen dafür aufgewendet werden?
  • Wann ist der Kampf hoffnungsvoll, wann verloren?

Bei dieser Problematik ist die Stiftung auf eine enge Zusammenarbeit mit den Pächtern und anderen Partnern angewiesen. Im Austausch mit verschiedenen Fachleuten wird besprochen, wie die Bekämpfung am effizientesten durchgeführt werden kann. In vielen Fällen ist aufwendige Handarbeit erforderlich, um die restliche Vegetation bestmöglich zu schonen. Meist muss die Bekämpfung über mehrere Jahre wiederholt werden, um eine invasive Art nachhaltig zu verdrängen. Immer wieder gelangt jedoch Nachschub durch Samen ins Seebachtal, welche durch den Wind, Tiere oder Menschen verfrachtet werden. Das macht die Bekämpfung von Neophyten zu einer Daueraufgabe.

Das Einjährige Berufkraut – verblüht es, werden tausende Samen durch den Wind verbreitet.