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Bedeutung der Seenlandschaft

Landschaftswerte des Seebachtals

Die reichhaltigen Landschaftsformen rund um die Seebachtaler Seen sind das Resultat des Bodensee-Rhein-Gleschers, der sich vor rund 20'000 Jahren zurückzuziehen begann und über einer mächtigen Grundmoräne eine Auswahl an Wallmoränen hinterliess. Die Vielfalt aus verschiedenen geologisch interessanten Strukturen haben das Seebachtal zu einer "Landschaft von Nationaler Bedeutung" (BLN Obj. Nr. 1403) gemacht.

Bedeutung des Naturwertes

Durch das Anlegen von Gewässertypen aller Art, wie beispielsweise Torfstichweiher, Flachwassertümpel, seichte Flachufer oder temporär überschwemmter Riedwiesen wurde das Seebachtal als zweitgrösstes Thurgauer Naturschutzgebiet ins Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von Nationaler Bedeutung (IANB, Obj. Nr. 388 TG) aufgenommen. Die sehr guten Bestände des stark gefährdeten Laubfrosches (Hyla arborea) rechtfertigen durchaus diesen Eintrag. Aber nicht nur die Amphibien profitieren von den Renaturierungstätigkeiten: Wie die Wirkungskontrollen zeigten, konnten praktisch alle erhobenen Tier- oder Pflanzengruppen höhere Artenzahlen verbuchen.

Kulturhistorische Bedeutung

Die ersten Spuren des Menschen im Seebachtal datieren in der Mittelsteinzeit um 9500 bis 5500 vor Christus und gehören damit zu den ältesten im Thurgau. Um 4000 v. Chr. sind erste Siedlungen im Bereich des heutigen Inselis im Nussbaumersee entstanden. Das Seebachtal wurde sowohl in der Spätbronzezeit als auch in der Eisenzeit besiedelt. Klimatisch bedingte Seespiegelschwankungen zwangen die ersten Seebachtaler zur Aufgabe Ihrer siedlung. Aus dieser Zeit sind verschiedene Gebrauchsgegenstände aus verschiedensten Materialien gefunden worden. Heute zählen die Pfahlbausiedlungen zum UNESCO Weltkulturerbe - Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.

Vorzeigebeispiel für erfolgreiche Naturschutzpolitik

Das Ziel von Naturschutzgebieten ist im Regelfall die Erhaltung der Biodiversität bezüglich Qualität und Quantität. Das Seebachtal ist eines weniger Thurgauer Naturschutzgebiete, in denen regelmässig Bestandeserhöhungen, Wieder- und sogar Neufunde verzeichnet werden können. Dies ist nicht zuletzt der Tätigkeit der Stiftung Seebachtal mit ihren Partnern zu verdanken. Das Seebachtal ist so zu einem Ort geworden, an dem gerne die Erfolge der kantonalen Naturschutzpolitik aufgezeigt werden.